Diebner, Hans H., Dr. rer. nat

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

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Kurzbiographie

Meine Wurzeln liegen in der Physik. Im Jahre 1994 schloss ich mein Physikstudium an der Universität Tübingen mit einer Diplomarbeit über exakt-reversible Algorithmen für Molekulardynamik-Simulationen ab. Nach Vorlage meiner Dissertation Zeitabhängige deterministische Entropien und dissipative Strukturen in exakt-reversiblen Newtonschen molekulardynamischen Universen wurde ich im Dezember 1998 promoviert. Von Oktober 1997 bis Juli 1999 war ich wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Medizinische Biometrie der Universität Tübingen in der Arbeitsgruppe von Prof. Klaus Dietz. Mein Forschungsgebiet war die immuno-epidemiologische Modellierung von Malaria und anderen Infektionskrankheiten.

Von August 1999 bis August 2013 verlagerte ich den Schwerpunkt meiner Forschung auf die performative Wissenschaft - einem Dialog zwischen Kunst und Wissenschaft. Ich unternahm hierbei den Versuch, Phänomenologie und Wissenschaft zu verbinden. Von 1999 bis 2005 betrieb ich diese Forschung als Leiter des Instituts für Grundlagenforschung am Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) Karlsruhe, von Januar 2006 bis Juli 2013 als freiberuflicher Projektleiter am Institut für Neue Medien (INM) in Frankfurt am Main. Ein Buch zu den Ergebnissen der Grundlagenforschung am ZKM ist im Jahre 2006 unter dem Titel Performative Science and Beyond - Involving the Process in Research im Springer-Verlag erschienen.

Von August 2013 bis März 2020 war ich als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am IMB-Institut für Medizinische Informatik und Biometrie an der TU-Dresden tätig. Ich forschte dort im Bereich der Mathematischen Modellbildung und Systembiologie mit den Schwerpunkten Dynamik von T-Zellen und immuno-epidemiologische Prozesse. Darüber hinaus war ich im Rahmen statistischer Beratungen in Analysen diverser medizinsicher Studien und Experimenten involviert.

Seit August 2020 forsche und modelliere ich an der Ruhr-Universität Bochum in der Abteilung für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (AMIB). Nach wie vor arbeite ich an der Schnittstelle von mathematischer und statistischer Modellierung. Derzeit stehen Analysen zur COVID-19-Pandemie einschließlich Studien zu Impfwirkungen und -nebenwirkungen im Mittelpunkt meiner Forschungstätigkeit. Weiterhin bin ich in die Lehre u.a. zum Querschnittsbereich 1 (QB1) für Mediziner involviert. Auch die allgemeine statistische Beratung im Rahmen medizinischer Forschungs- und Doktorarbeiten gehört zu meinem Aufgabenbereich.

Forschung an der Schnittstelle von mathematischer und statistischer Modellierung

Theoriegetriebene mathematische Modelle dienen in meiner Herangehensweise als Grundlage statistischer Regressionen. Beobachtete pharmakokinetische Zeitreihen und Dosis-Wirkungs-Verläufe sind Beispiele von Datenaufkommen, zu deren Analyse üblicherweise theoriegetriebene kinetische bzw. dynamische Modelle der statistischen Regression vorausgehen. Eine solche Herangehensweise ist aber keineswegs in anderen Bereichen der bio-medizinischen Forschung üblich, obwohl die Auswertungen zahlreicher Experimente erheblich von mathematischer Modellierung profitieren könnten. Vor dem Hintergrund der Dominanz datengetriebener Analysen aus dem Spektrum der Bioinformatik und dem Mangel an Akzeptanz mathematischer Modellierungen, beabsichtige ich mit meiner Forschung, die Vorteile theoriegetriebener mathematischer Modellierungen hervorzuheben und für ihre Gleichberechtigung neben rein statistischen Regressionsanalysen zu werben. Im Unterschied zur rein statistischen Regression, setzt ein theoretisches Modell die Existenz von Daten zunächst gar nicht voraus. Ein dynamischer Modellierungsansatz bedeutet allerdings, dass gelegentlich die spezielle Expertise von Modellierern hinzu gezogen werden muss. Selbstverständlich muss die Gefahr einer theoriegeleiteten Fehlinterpretation im Auge behalten werden.

Ausgewählte aktuelle Publikationen (AMIB)

Mit Peer Review

Longitudinal Rise in Seroprevalence of SARS-CoV-2 Infections in Children in Western Germany - A Blind Spot in Epidemiology?
Infect. Dis. Rep. 2021; 13:957-964; doi: 10.3390/idr13040088
Brinkmann F, Diebner HH, Matenar C, Schlegtendal A, Spiecker J, Eitner L, Timmesfeld N, Maier C, Lücke T

A Kinetic Response Model for Standardized Regression Analyses of Inflammation-Triggered Hypothermic Body Temperature-Time Courses in Mice
Frontiers in Physiology 2021; 12:1354; doi: 10.3389/fphys.2021.634510
Diebner HH, Reinke S, Rösen-Wolff A, Winkler S

SARS-CoV-2 Infections Among Children and Adolescents With Acute Infections in the Ruhr Region
Dtsch Arztebl Int. 2021; May 28; 118(21):363-364; doi: 10.3238/arztebl.m2021.0227
Brinkmann F, Schlegtendal A, Hoffmann A, Theile K, Hippert F, Strodka R, Timmesfeld N, Diebner HH, Lücke T, Maier C

Exploring COVID-19 Daily Records of Diagnosed Cases and Fatalities Based on Simple Nonparametric Methods
Infect Dis Rep. 2021 Apr 1;13(2):302-328; doi: 10.3390/idr13020031
Diebner HH, Timmesfeld N

Mathematical Basis for the Assessment of Antibiotic Resistance and Administrative Counter-Strategies
PLOS ONE 2020; 15(9): e0238692; doi: 10.1371/journal.pone.0238692
Diebner HH, Kather A, Roeder I, de With K

Preprints

Phase Shift Between Age-Specific COVID-19 Incidence Curves Points to a Potential Epidemic Driver Function of Kids and Juveniles in Germany
medRxiv, 2021; doi: 10.1101/2021.11.29.21267004
Diebner HH

Seroconversion rate and socioeconomic and ethnic risk factors for SARS-CoV-2 infection in children in a population-based cohort
medRxiv, 2021; doi: 10.1101/2021.10.21.21265322
Brinkmann F, Diebner HH, Matenar C, Schlegtendal A, Eitner L, Timmesfeld N, Maier C, Lücke T

Local Sociostructural Predictors of COVID-19 Incidence in Germany
Preprints.org, 2022; doi: 10.20944/preprints202203.0213.v2
Qamar AI, Gronwald L, Timmesfeld N, Diebner HH